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Feudalismus

Im europäischen Mittelalter entstand eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung, die man heute als Feudalismus (vom lat. „feudum“ – Lehen) bezeichnet. Wesentlich kennzeichnend war, dass die Gesellschaft in Oberschicht und Unterschicht geteilt war. Der Klerus und Adel herrschten über die Bauern und Bürger.

Feudalismus

Durch den Zerfall des römischen Reichs, konnte der Feudalismus entstehen.

Durch den Zerfall des römischen Reichs, konnte der Feudalismus entstehen. Die antiken und germanischen Gesellschaftsformen gingen ineinander über. In den vormals römischen Reichen entstanden immer mehr germanische Gebiete. Die freien Bauern wurden durch Kriege der verfeindeten Königreiche abhängig und nur noch Pächter ihres vormals eigenen Landes. In Frankreich, im Zusammenhang mit der Französischen Revolution, machte sich der Begriff Feudalismus breit, als die Bauern und Arbeiter durch den Adel ausgebeutet wurden. In Deutschland machte erst Karl Marx auf den Begriff aufmerksam. Er sagte, dass der Feudalismus eine Vorstufe des Kapitalismus sei.

Das Lehnswesen

Das Lehenswesen ist ein wichtiger Grundstein für die Existenz des Feudalismus als eigenständiges System. Über dieses System waren die Beziehungen zwischen den Vasallen und den Lehnsherren beschrieben. Die Vasallen begaben sich oft in ein Lehnsverhältnis, da ihr eigener Grundbesitz oft nicht genügte, um alle Kosten der Ritterschaft zu decken. Im Gegenzug für die Nutzung des Landes versprachen die Vasallen den Lehnsherren diverse Dienstleistungen, wie Kriegsdienste, Verteidigung im Angriffsfall oder einfache Verwaltungsaufgaben, und eine Beteiligung am Gewinn, den das Land abwarf.

Die Leibeigenschaft

Die Bauern waren im Feudalismus in Freie Bauern, Minderfreie Bauern und Leibeigene Bauern eingeteilt. Je mehr Jahre vergingen, desto mehr wandelte sich das Verhältnis von vielen freien Bauern in Richtung zu vielen Leibeigenen. Durch Seuchen und Kriege der Königreiche waren die Bauern nicht mehr in der Lage, mit eigenen Mitteln ausreichend ihre Felder zu bestellen. So mussten sich die freien Bauern abhängig von den Grundherren machen.

Die Grundherrschaft

Grundherrschaft ähnelt dem Lehnswesen. Der Unterschied ist jedoch, dass die Bauern im Gegensatz zu den Vasallen, das eigene Land nicht kaufen können. Weiterhin musste der Bauer sich zu Dienstleistungen auf diesem Land verpflichten, die immer oberste Priorität hatten. Zum Beispiel musste die Ernte des Grundherrn vor der Ernte des eigenen Feldes des Bauern erfolgen. Das konnte unter Umständen zu Missernten auf dem eigenen Feld führen.